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Maßnahmen für saubere Luft

Luftreinhaltung, Klimaschutz und Lebensqualität in den Städten sind untrennbar miteinander verbunden. Mobilität spielt dabei eine zentrale Rolle. Denn Busse und Bahnen sind ein elementarer Teil der Lösung für die Luftreinhaltung in den Städten. Das ist auch in der Politik bereits angekommen. Der Bund fördert daher bis 2020 die fünf Modellstädte Bonn, Essen, Herrenberg, Reutlingen und Mannheim mit rund 130 Millionen Euro, um Maßnahmen zur Luftreinhaltung zu testen. Das Geld steht zusätzlich zum eine Milliarde schweren „Sofortprogramm saubere Luft 2017-2020“ zur Verfügung. Es sind vor allem Maßnahmen zur Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs, um Anreize für den Umstieg vom Auto auf den ÖPNV zu schaffen. Eine Zwischenbilanz zu den Maßnahmen der Modellstädte finden Sie im "VDV Das Magazin" (5/2019).

Der VDV hat gemeinsam mit seinen über 600 Mitgliedsunternehmen aus dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), dem Personenverkehr mit Eisenbahnen und dem Schienengüterverkehr im Rahmen der Studie „Deutschland mobil 2030“ Szenarien für die Erreichung der Klimaschutzziele im Verkehrssektor bis zum Jahr 2030 entwickelt.

» Das Ziel der Branche ist, den öffentlichen Personenverkehr (ÖPV) um etwa 30 Prozent und den Schienengüterverkehr um 22 Prozent bis 2030 zu steigern.

Verkehrswende: Ausbau von Angebot, Kapazität und Qualität im ÖPNV sind die entscheidenden Faktoren

Für den VDV und die Branche sind vor allem ein Mix aus verschiedenen, lang- und kurzfristig umsetzbaren, Maßnahmen notwendig, damit die Emissionen im städtischen Verkehr deutlich verringert werden können - wie zum Beispiel:

  • Kapazitätsausbau und Modernisierung: Angebotserweiterungen durch dichtere Takte von Bussen und Bahnen, neue Linien und Haltestellen (mehr Fahrpersonal und neue Fahrzeuge notwendig).
  • Förderung zur Beschaffung von Euro-6-Dieselbussen für zusätzliche Busangebote. Zusammen mit der Nachrüstung älterer Dieselbusse, der Einführung von E-Bussen, die bekanntlich nicht „über Nacht“ erfolgen kann, ist der Einsatz von schadstoffarmen Euro-6-Dieselbusse das geeignetste Mittel, um kurzfristig zusätzliche ÖPNV-Angebote zu realisieren.
  • Planungsbeschleunigung von Schienenprojekten durch vereinfachte Genehmigungsverfahren und Flexibilisierung des Kosten-Nutzen-Faktors nach der Standardisierten Bewertung des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG), insbesondere für Städte mit signifikanter und dauerhafter Überschreitung der europäischen Grenzwerte zur Luftreinhaltung.
  • Angebot an Jobtickets für Unternehmen: Seit 1. Januar 2019 sind die Jobtickets für den ÖPNV wieder steuerfrei. Dies ist eine Maßnahme der Bundesregierung, um Berufspendlern einen finanziellen Anreiz zu bieten, auf Bus und Bahn umzusteigen. Der Bundestag folgt damit einer langjährigen Forderung des VDV, die ÖPNV-Tickets für Berufspendler von der Einkommensteuer zu befreien.
  • Förderung von Radverkehr und attraktiven multimodalen Mobilitätsangeboten. In Bochum wurden zum Beispiel Fahrradboxen an vielen Standorten eingerichtet, damit Fahrradfahrer einfach und bequem ihr Fahrrad abstellen und mit Bus und Bahn weiterreisen können. Durch digitale Schließsysteme stehen damit moderne Zugangsmöglichkeiten für Kurz- und Dauerparker zur Verfügung. Über die App der BOGESTRA gibt es nur ein Buchungs- und Bezahlsystem.
  • Maßnahmen zur Reduzierung des Pkw-Verkehrs in den Städten, z.B. durch Reduzierung des öffentlichen Parkraums, Parkraumbewirtschaftung.
In Wien wurde viel in den Ausbau und die Modernisierung des ÖPNV-Systems investiert

Erst wenn mit entsprechendem Kapazitätsausbau attraktive Angebote für die Kunden geschaffen wurden, steigen die Menschen um und der Anteil des öffentlichen Verkehrs am Gesamtverkehrsaufkommen wächst. Das zeigen erfolgreiche internationale Beispiele wie in Wien, Zürich oder Kopenhagen. Im nächsten Schritt können dann auch über rabattierte Ticketpreise neue Fahrgäste gewonnen werden. Außerdem braucht es weitere Steuerungsmaßnahmen der Politik und der Kommunen, um den innerstädtischen Verkehr insgesamt effizienter und nachhaltiger zu organisieren. Im Ergebnis ist es notwendig, dass weniger Autos in den Städten und Ballungsräumen fahren und dafür mehr ÖPNV, Fahrrad- und Fußverkehr.

Freifahrt oder 365-Euro-Tickets: Kosten und Wirkung für die Verkehrswende

Im Zusammenhang mit Verkehrswende und Klimaschutz wird gesellschaftspolitisch auch die Einführung eines „kostenlosen“ ÖPNV oder eines 365-Euro-Tickets im Nahverkehr diskutiert. Warum diese Maßnahme nicht sinnvoll ist, erfahren Sie im VDV-Positionspapier.

Busse und Bahnen sind wichtige Problemlöser zur Bewältigung der steigenden Anforderungen an den Klimaschutz: Jedes Jahr spart der ÖPNV 15 Millionen Tonnen Kohlendioxid ein. Busse und Bahnen befördern jeden Tag 30 Millionen Fahrgäste und ersetzen damit mehr als 20 Millionen Autofahrten. Pro Jahr transportieren die Güterbahnen in Deutschland zudem rund 600 Millionen Tonnen Güter auf der Schiene – das ersetzt etwa 77.000 voll beladene Lkw am Tag.

Bei der Umsetzung der Verkehrswende spielt daher auch die Stärkung des Schienengüterverkehrs eine wesentliche Rolle. Mehr Informationen dazu finden Sie hier hier auf unserer Seite ›› Die Zukunft der Schiene - Masterplan Schienengüterverkehr.

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